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Beim Modellbau die Freude am Lernen neu entdecken

Pilotprojekt an der Grundschule Übersee könnte bald landkreisweit Schule machen

01.08.2018

Ein Pilotprojekt an der Grundschule Übersee unter dem Motto „Experten im Unterricht“ könnte unter Umständen bald landkreisweit Schule machen. Bei einem Pressetermin präsentierte Schulleiter Bernhard Benoist zusammen mit den Schülern, Unterstützern und den Projektleitern der Modellsportgruppe Übersee bemerkenswerte Ergebnisse.

Der bei dem Modellprojekt zusammengebaute Motorsegler Luxx mit Fernsteuerung startete im Anschluss an die Vorstellung des Projekts auf dem Flugplatz in Übersee im Rahmen des Ferienprogramms zu seinem Jungfernflug. 
„Wir wollten den Kindern zeigen, wie sie mit ihren eigenen Händen etwas Sinnvolles gestalten können und dabei ihren Horizont erweitern anstatt die Freizeit vor dem Computer zu verbringen.“ So schildert Initiator Gerhard Händlmayer von der Modellsportgruppe Übersee seine Motivation für das – im doppelten Wortsinn – Pilotprojekt. Zusammen mit 1. Vorstand Stefan Gries schlug er der Schule vor, in der Freizeit ein Modellflugzeug zu bauen, bei dem die Schüler praktische Fähigkeiten erwerben können und technisches Hintergrundwissen erfahren. Schulleiter Bernhard Benoist fand die Idee gut:  „Wir haben zwar Arbeitsgemeinschaften im musischen, künstlerischen und sportlichen Bereich im Programm, aber nichts Technisches.“
Beeindruckt zeigte sich auch der Stimmkreisabgeordnete Klaus Steiner aus Übersee. „Solche Initiativen kommen dem Bestreben entgegen, die berufliche Bildung wieder stärker in den Fokus des gesellschaftlichen Interesses zu stellen und entsprechend zu fördern.“ Als Mitglied im Bildungsausschuss des Landtags wolle er entsprechende Fördermöglichkeiten für solche Projekte ausloten, versprach der Politiker. 
Unterstützt von Zeichnungen und Erläuterungen an der Tafel, standen bei dem Pilotprojekt zunächst der Umgang mit dem Werkzeug, Materialkunde, Sicherheit und flugtechnisches Wissen – kindgerecht aufbereitet  im Vordergrund. „Ein kleines Problem war zudem, dass die einfachsten Modellbausätze für Kinder ab 13, 14 Jahren waren“, erläutert Händlmayer, der bereits seine Enkel für den Modellbausport zu begeistern wusste. „Unsere Kids in der vierten Klasse waren aber erst zehn Jahre alt.“ 
Mit Erstaunen verfolgte der Modellsportler mit Kollege Stefan Gries und Pilotenausbilder Peter Pitton, der auch immer wieder vorbeischaute, „wie sich die sieben Buben  anfänglich als Grobmotoriker – mit steigendem Eifer in Details der Modelle und der Technik eingearbeitet haben, mit Fachbegriffen jonglierten und sich auch zu Hause intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben“. Ganz nebenbei flossen wichtige Grundlagen aus Mathematik und Physik  in die Arbeit mit ein. „Zum Beispiel zum rechten Winkel“, sagt der zehnjährige Tobias und grinst breit. In Teamarbeit in Kleingruppen entstanden Rumpf, Leitwerk und Tragflächen. „Richtig fuxig“, so 1. Vorstand Stefan Gries, wurde es dann beim Programmieren der Fernsteuerung aus Amerika „weil die ganz anders kalibriert war“.
Nicht nur in der Praxis beim Zusammenbauen, sondern auch beim Fliegen auf dem Flugplatz sind die Schüler gefordert. „Für die Flugsteuerung braucht man eine gute Feinmotorik, räumliches Vorstellungsvermögen und schnelle Auffassungsgabe“, erläutert Händlmayr. „Je nachdem, in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit das Flugzeug fliegt, muss ich im Kopf schnell umschalten können.“ 
Begeistert vom Pilotprojekt in der Grundschule zeigte sich auch MariaLuisa Bauer, Personalleiterin beim Flugzeugteilehersteller Aircraft Philipp in Übersee. Bei einem Firmenrundgang bekamen die Schüler bereits Einblick in die Praxis des Flugzeugbaus.  „Die Art, wie hier mit Praxisprojekten die Begeisterung für Technik geweckt wird, ist vorbildlich“, sagt sie. „Das kommt uns auch mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel entgegen.“ Aircraft Philipp will deshalb ähnliche SchulInitiativen zum Flugzeugmodellbau an anderen Grund und Mittelschulen im Landkreis unterstützen, wie Bauer hervorhebt.
 
 
 
 
 

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