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Bildung ist der Schlüssel in der Entwicklung

01.08.2018 | lnl/lz

Landtagsabgeordneter Klaus Steiner sprach mit Unterwössner Mittelschülern über das Thema Migration
 

Häufig kann man von Jugendlichen lernen. Jugendliche, die nicht wegzappen, wenn unangenehme Themen behandelt werden, Jugendliche, die sich ein Thema selbst erarbeiten. und nicht auf Parolen anderer zurückgreifen. Eineinhalb Stunden setzten sich die Schüler der Klassen 6 bis 9 an der Grund und Mittelschule Unterwössen mit dem Thema Migration auseinander. Sehr aufmerksam und sichtlich bewegt.
 
Ihre Aufmerksamkeit hat auch mit dem Referenten, dem CSU Landtagsabgeordneten Klaus Steiner, zu tun.
Steiner ist Entwicklungspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. Steiner erklärte, dass er sich bereits als Jugendlicher in Entwicklungshilfeprojekten der Kirche engagierte — Projekte, die ihn schließlich die ersten Male nach Afrika führten.
Daraus habe sich im späteren Leben ergeben, verschiedene Projekte in Afrika, vor allem in Tansania zu fördern.
 
Über seine Ausführung zum Thema Migration stellte Klaus Steiner die Aussage "Bildung ist der Schlüssel in der Entwicklung dieser Länder". "Deshalb bauen wir Schulen auf und Bayern engagiert sich in verschiedenen Partnerländern." Ein dringlich verdeutlichte er den Schülern die Situationen vor Ort: Armut, Dürre,Überschwemmungen aber
vor allem die Kriege in Afrika veranlassen 15 Millionen Menschen zur Flucht innerhalb des Kontinents. Es sei nicht nur die Situation im Mittelmeer. "In der Sahara
spielen sich weit größereKatastrophen ab", so Steiner. Menschen verlieren zu Hauf bei der Querung ihr Leben oder werden von Schleusern zurückgelassen.
"Zu uns kommen nur die Starken." Die meisten Flüchtlinge möchten nichts Anderes, als in ihre Heimat zurück, ihre Dörfer wieder aufbauen, sobald die sicher
ist. "An erster Stelle brauchen wir deshalb Sicherheit."
 
Steiner sieht aber auch die Schwierigkeiten: "Wir müssen vorsichtig mit den dortigen Kulturen und dem Verständnis der Menschen umgehen." Mädchen bekommen mit elf und zwölf Jahren ihre ersten Kinder, Familien mit elf oder zwölf Kindern seien normal. Das habe auch damit zu tun, dass zum einen die Sterberate sehr hoch ist, zum anderen der Kindersegen die Versorgung der Familie in der Zukunft sicherstellt. "Da unsere Vorstellungen aufzudrücken, kann nicht funktionieren", so Steiner. Für ihn ist die Bildung der Schlüssel, dass sich die Menschen vor Ort selbst eigene Lösungen erarbeiten können. Damit das gelingt, sind Investitionen erforderlich. 
"Investitionen, die sich lohnen"‚ sagt Steiner, "denn Afrika ist reich. Euer Handy würde nicht funktionieren ohne die Bodenschätze aus Afrika."
 
Was Investitionen bewirken können, erklärte der Politiker an Beispielen. Investitionen in neue Brunnen und eine Trinkwasserversorgung ändern die Familiensituation. Während Männer ihren Erwerbsgeschäften wie Viehzucht und anderem nachgehen, tragen Frauen und Kinder zurzeit die Last des Alltags. Über Stunden und Kilometer weit sind Kinder unterwegs, um das Wasser für die Familie zu holen.
Ein Brunnen im Dorf oder eine Wasserversorgung bringt die Bereitschaft der Eltern, die Kinder zur Schule gehen zu lassen. Mit einer ganzen Reihe von Fotos rief
Klaus Steiner auf, sich der Wirklichkeit bewusst zu werden. Was der Tourist sieht oder was wir in Filmen sehen, sei nicht die Wirklichkeit. Viehzucht wie vor
100 Jahren, ein Gesundheitswesen oft in der Hand von Schamanen, mangelhafte Hygiene und vieles mehr bestimmen den Alltag in Afrika.
 
"Das können wir nicht von jetzt auf gleich ändern, in dem wir unsere Denkweise und unsere Kultur vorschreiben", sagt Steiner. "Schnell entsteht bei Einheimischen der Ein
druck, die Europäer wollten ihnen Vorschriften machen, ihnen eine Lebensweise auf zwingen." Man müsse behutsam vorgehen. Es brauche jahrzehntelange, einfühlsame Arbeit, um Änderungen herbeizuführen.
 
Was der Krieg aus einem Land macht, zeigte Schüler Ahmad Al Hamadeh Alezeddin‚ der in einem Film die Glanzzeiten seiner syrischenHeimatstadt Aleppo den aktuellen Bildern der Verwüstung mit zerbombten Stadtvierteln im Syrienkrieg gegenüberstellte.
 
Der Klassenlehrer der neunten Klasse, Josef Parzinger, fragte, wie die politische Zusammenarbeit in der Flüchtlingsarbeit funktioniere. "Grundsätzlich gut"‚ sagte Steiner, "allerdings haben wir oft verschiedene Ansätze." Parzinger stellte eine weitere Frage. Die Menschheit sei sich eigentlich einig, dass manche Freiheitsrechte nicht verhandelbar sind. Wie weit müsse man bereit sein, im Interesse der Weiterentwicklung eines Landes Abstriche an den Freiheitsrechten zuzulassen? Steiner sieht das als
eine sehr schwierige Frage"
Wir haben ja auch zweiKriege gebraucht, ehe sich unser heutiges Verständnis von Freiheitsrechten durch gesetzt hat. "Ich weiß es nicht", bekannte Klaus Steinpr 
 

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